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Der Zauberlehrling


Nach dem gleichnamigen Gedicht von J.W. v. Goethe ist dieses beeindruckende Buch von Tomi Ungerer und Barbara Hazen 1969 entstanden. Ich bin ein großer Fan davon, „klassische“ Literatur Kindern schon früh in einer für sie verständlichen Form anzubieten. Aus diesem Grund, bin ich auf dieses tolle Buch gestoßen – dass es dann auch noch von dem fabelhaften Tomi Ungerer illustriert wurde, machte das Ganze noch besser.

Zunächst  zum Inhalt: Humboldt ist der Lehrling eines Zauberers, der in einem Schloss hoch über dem Rhein lebt. Er muss viele Aufgaben für seinen Meister erfüllen, unter anderem Wasser in schweren Eimern aus dem Rhein über die unzähligen Treppenstufen nach oben bringen, um eine große Wasserwanne im Zauberlaboratorium stets gefüllt zu halten. Humboldt hasst dies. Eines Tages verreist der Zauberer, nicht ohne Humboldt genügend Arbeit aufzutragen. Doch als er verschwunden ist, entdeckt der Zauberlehrling den vergessenen Schlüssel zum wertvollsten Schatz seines Meisters: dem Zauberbuch. Er nutzt einen Spruch aus der Rubrik „Besenzauber“, um dem Besen seine Aufgaben zu übertragen: SCHARRRRUUM TAAA! VARRRUUM TA! ALTER BESEN, DEIN MEISTER SPRICHT: KOMM AUS DER ECKE UND TU MEINE PFLICHT! Und tatsächlich erledigt der Besen das lästige Wasserholen für ihn. Doch leider nimmt die Geschichte keinen guten Verlauf: Der Besen ist nicht mehr dazu zu bewegen, aufzuhören. Das Wasser steigt und steigt, die Axt, die den Besen zertrümmern soll bewirkt nur die Vervielfältigung des Besens – und schon bei Goethe heißt es nun: „Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.“ Dass die Geschichte am Ende doch noch glimpflich für Humboldt ausgeht, ist wohl bekannt – macht es aber dadurch nicht zu einem weniger spannenden Buch.

Besonders gefallen hat mir die Tatsache, dass es Barbara Hazen sehr gut gelingt, den Text sowohl im Aufbau, als auch in der Wortwahl für Kinder tauglich zu formulieren. Wer davon nicht ganz überzeugt ist, kann das im Anhang abgedruckte Original von Goethe gerne vergleichen. Außerdem sind die Illustrationen von Ungerer wie immer sehr gut gelungen – die Mischung aus Farbigkeit und massivem Schwarz, aus fröhlicher und gruseliger Darstellung ist einfach toll – und zur Verdeutlichung des Inhalts natürlich sehr gut geeignet.

Wer jetzt Lust bekommen hat, kann gleich hier klicken: Der Zauberlehrling

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 10. September 2012 von in ab 5 und getaggt mit , , .
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